Usability-Fehler.

Die 10 häufigsten Usability-Fehler bei der Erstellung oder Optimierung von Webseiten.

Wenn es um die Erstellung oder Optimierung einer Webseite geht, steht für viele meist das Design an erster Stelle. Gestaltung, Farben und Typografie sind dann üblicherweise wichtiger als die Benutzerfreundlichkeit. Für den Erfolg einer Website ist aber eben diese sogenannte Usability ganz entscheidend. Denn sie ist dafür verantwortlich, dass der Besucher findet, wonach er sucht – und sich so auf der Webseite wohlfühlt. Kurz: Fehler in der Usability können weitreichende Folgen für den Erfolg einer Website haben. Wir von finalart möchten Ihnen deshalb einmal die zehn häufigsten Fehler aufzeigen, die im Laufe eines Website-Prozesses passieren können – wenn dieser Prozess nicht von uns gesteuert wird.

Fehler 1: Von sich selbst ausgehen

Die meisten Menschen haben eine ziemlich klare Vorstellung davon, wie ihre Website aussehen soll. Das Problem dabei: Was einem selbst gefällt, muss noch lange nicht die Massen begeistern. Deshalb ist es bei einem so umfangreichen Projekt wie dem Launch einer Website immer gut, das Gespräch mit Designern und Entwicklern zu suchen, sich von ihnen inspirieren zu lassen und so neuste Trends zu entdecken.

Denn: Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Ein Sprichwort, das sich problemlos auch aufs Webdesign übertragen lässt. Diktieren Sie Ihren Dienstleistern deshalb besser nicht jedes einzelne Pixel oder wie die Navigation aussehen sollte. Äußern Sie Wünsche klar und präzise – lassen Sie den Profis dabei aber genug Raum in der Umsetzung. Designer und Entwickler haben ein gutes Gespür dafür, wie eine Website aufgebaut sein sollte, damit diese einerseits den Mainstream erreicht, andererseits aber auch einzigartig für Ihre Dienstleistung ist. Das Ergebnis dieses Vorgehens lässt sich übrigens ziemlich gut und genau messen: in Klicks, Website-Aufrufen und in der Verweildauer.

Fehler 2: Content dem Design anpassen

Content und Design sind untrennbar miteinander verbunden. Doch selbst wenn das Design noch so schön ist, Ihre Website-Besucher kommen stets wegen des Inhalts. Ein absolutes No-Go ist es deshalb, zunächst erst einmal ein Design zu entwickeln, dem sich der Content anschließend unterordnen muss. Die Folge: Textblöcke, die abgeschnitten oder gekürzt werden, ohne dass auf die inhaltliche Aussage Rücksicht genommen wird.

Ein weiterer Fehler: ein Design, das den Content nicht unterstützt, sondern von ihm ablenkt und so für den Besucher den Fokus der Website verrückt. Aus diesem Grund entwickeln wir von finalart Webdesigns, die sich selbst nicht zu wichtig nehmen und den Besucher so optimal durch den Content einer Website leiten.

Fehler 3: Abschreckende Textwände

Text ist die mit Abstand wichtigste Content-Art und beeinflusst deshalb auch maßgeblich das Ranking in den Suchmaschinen. Allerdings bedeutet dies nicht zwingend, dass Viel auch viel hilft. Zwar sind längere Texte im Schnitt hilfreicher und informativer als kürzere, allerdings können lange Textwände auch abschreckend wirken. Das Ziel bei der Content-Entwicklung sollte es deshalb immer sein, möglichst informative und gut lesbare Texte zu entwickeln.

Wenn die Texter von finalart Hand an den Content anlegen, sind Füllwörter und langatmige Formulierungen tabu. Unser Ziel ist es, einen Text so zu gestalten, dass er schnell und knackig über alle relevanten Inhalte informiert, eine hohe Relevanz für die Suchmaschinen hat – und zusätzlich Spaß beim Lesen macht. Apropos Spaß: Dieser lässt sich beim Lesen auch durch die Formatierung des Textes erhöhen. Sinnvolle Absätze und Zwischenüberschriften machen aus einer Bleiwüste einen lockeren, luftigen Artikel – Hervorhebungen, Aufzählungen und Tabellen lenken das Auge des Lesers und führen ihn so nach und nach durch den Content.

Fehler 4: Schlechte Informationsarchitektur, unlogische Navigation

Nicht immer landet der Besucher direkt auf seiner Zielseite. Aber selbst wenn: Eigentlich wünscht sich jeder Webseitenbetreiber, dass die Nutzer auch weitere Seiten aufsuchen und so die Page-Impressions in die Höhe treiben. (Gerade in Onlineshops führt das in der Regel zu steigenden Umsätzen.) Die Navigation gehört deshalb zu den wichtigsten Elementen einer Webseite.

Eine gelungene Navigation beginnt mit einer durchdachten Informationsarchitektur. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie selbst die Struktur oder die Bezeichnungen für sinnvoll halten – die Besucher ihrer Website müssen es tun und sie verstehen. Fachbegriffe können auf Webseiten deshalb unter Umständen kontraproduktiv sein, da die Zielgruppe diese nicht zwingend kennt oder verwendet.

Ein Beispiel: Wo würden Sie eine Erdbeere auf einer Website vermuten? Unter der Rubrik Obst oder Nüsse? Botanisch korrekt wäre die Nuss – bloß würde die Erdbeere damit nicht gefunden. Es gilt deshalb: Keep it simple, stupid (KISS-Prinzip). Wählen Sie also aussagekräftige Menüpunkte und verschachteln Sie das Menü nicht allzu sehr. Spätestens nach drei Klicks sollte auch ein Besucher, der über die Startseite einsteigt, sein Ziel erreichen.

Bei der Navigation sind aufklappbare Menüs, die beliebten Dropdowns, mittlerweile Standard. Sie benötigen wenig Platz und die Besucher haben gelernt, wie man sie bedient. Leider kommt es bei ihnen aber auch mitunter trotzdem zu kleinen Navigations-Pannen. Sollen sich nämlich weitere Unterpunkte beim Berühren mit der Maus öffnen und es existiert keine sogenannte Brücke, klappt das Menü wieder ein, bevor der anvisierte Unterpunkt erreicht wurde. Eine recht nervige Angelegenheit für die Besucher mit der Folge schneller Abbrüche.

Damit der Besucher immer weiß, wo er gerade ist – und auch nachvollziehen kann, wie er dorthin gekommen ist – empfiehlt sich zudem die Einbindung einer Breadcrumb-Navigation. Diese ergänzt das Hauptmenü und bietet dem Besucher als Link-Pfad wertvolle Orientierung. Je komplexer die Architektur einer Webseite, desto wichtiger ist die auch als Brotkrümelnavigation bekannte Art der Nutzerführung. Zumal diese auch in die Ausschnittsanzeige (Snippet) bei Google integriert werden kann und damit möglicherweise die Klickrate erhöht.

Fehler 5: Ignorieren von Gewohnheiten

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Über Jahre, mittlerweile gar Jahrzehnte, haben wir gelernt, wie Webseiten funktionieren. Wir haben uns daran gewöhnt, wo auf einer Seite in aller Regel was zu finden ist und klicken uns meist intuitiv durch das Menü. Das Hauptmenü rechts neben dem Logo im Header, die Sidebar auf der rechten Seite – wer meint, unbedingt anders sein zu müssen, indem er das Gelernte und Gewohnte radikal verändert, könnte sehr schnell Seitenbesucher verlieren.

Ein weiteres Beispiel: Thema Warenkorb in Onlineshops. Das Einkaufswagensymbol ist zwar nicht unbedingt schön, jedoch mittlerweile gelernt, genau so, wie seine Position: immer oben rechts. Die Besucher können beim Shopping also intuitiv handeln. Wird der Button für den Warenkorb nun aus Design-Gründen ganz anders gestaltet oder gar woanders platziert, dürften zwei Dinge direkt messbar sinken: die Conversion Rate – und der Shop-Umsatz. Konsistenz ist also ein wichtiger Aspekt der Usability und der User Experience, um Verwirrung und Besuchsabbrüche zu vermeiden.

Fehler 6: Undurchdachte Formulare

Über Formulare wird ein Großteil der Leads und Sales generiert. Sie stellen erfahrungsgemäß aber auch eine hohe Hürde dar. Nur wer ernsthaft an einem Produkt oder an einer Dienstleistung interessiert ist, ist bereit, seine persönlichen Daten preiszugeben. Um diese Hemmschwelle so niedrig wie möglich zu halten, sollten nur die nötigsten Informationen abgefragt werden. Machen Sie nur jene Felder zu Pflichtfeldern, die für die Abwicklung tatsächlich notwendig sind. Denn ein gewisser Prozentsatz der Nutzer bricht die Datenübermittlung ab, falls es zu einer Fehlermeldung aufgrund nicht ausgefüllter Pflichtfelder kommt.

Arbeiten Sie zudem auch mit Erfolgsmeldungen. Wurde alle Daten erfolgreich übermittelt, teilen Sie das dem Besucher direkt mit. So vermeiden Sie Datendubletten durch wiederholte Dateneingaben auf leeren Formularen.

Fehler 7: Verzicht auf Responsive Design

In Zeiten von Mobile First sollte Responsive Webdesign eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, damit Webseiten auch auf mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets mit einer guten Usability beeindrucken. Denn heute machen Mobilnutzer bereits mehr als die Hälfte des Traffic aus. Tendenz in nahezu allen Branchen steigend!

Der Vorteil von Responsive Webdesign: Es passt sich der Bildschirmgröße an und sorgt dafür, dass die Webseite auf jedem Endgerät optimal dargestellt wird. Dabei geht es aber eben nicht nur um die Optik, sondern vor allem auch um die Bedienbarkeit. Denn gerade Navigationselemente lassen sich auf dem kleinen Smartphone-Display häufig nicht so gut bedienen, wie am Desktop-Rechner im Büro.

Um solche Probleme aufzuspüren reicht es aber nicht, einfach nur ein Template zu wählen, dessen Design responsive ist. Vielmehr sollte die Darstellung und Funktionalität auf diversen Geräten vorher überprüft und ausprobiert werden, da bereits bei der Verwendung eines anderen Browsers Probleme auftreten können. Häufig ist es deshalb notwendig, weitere Anpassungen bei den Templates vorzunehmen und beispielsweise unterschiedliche Schriftgrößen oder Zeilenabstände zu definieren. Je besser eine Webseite mobil optimiert ist, desto besser sind auch die Nutzersignale, die Suchmaschinen wie Google empfangen und mit einem guten Ranking belohnt.

Fehler 8: Langsame Ladegeschwindigkeiten

Eng mit dem Thema Mobile verknüpft ist der Pagespeed, also die Ladegeschwindigkeit einer Seite. Egal wie hübsch oder hilfreich eine Webseite ist: wenn sie ewig braucht, um aufzubauen, suchen sich die meisten Internetnutzer schnell eine Alternative. Damit gehen nicht nur potenzielle Kunde verloren, Google registriert zudem auch eine hohe Return-to-SERP-Rate, die sich negativ auf das Ranking auswirken kann.

Gerade für Mobilnutzer, die häufig mit einem schlechten Mobilfunknetz zu kämpfen haben, sind Ladezeit und Datensparsamkeit wichtige Aspekte. Das Design sollte beides von Anfang an berücksichtigen. Mit HTML und CSS sind heute viele Dinge möglich, für die früher Flash, JavaScript oder aufwendige Grafiken notwendig waren. Und auch Bilder lassen sich mittlerweile ohne merkliche Qualitätsverluste auf ein Minimum ihrer Größe reduzieren.

Fehler 9: Fehlende Fehlerseiten

Fehler kommen auf den besten Webseiten vor. Je größer ein Internetangebot, desto häufiger kann es sein, dass eine Seite nicht mehr erreichbar ist. Beispielsweise, weil sie verschoben, umbenannt oder gelöscht wurde. Besucher sollten in diesem Fall nicht die Standard-Fehlermeldung des Browsers, sondern stattdessen eine individuelle Fehlerseite der Webseite angezeigt bekommen. Diese sollte transparent kommunizieren, welcher Fehler vorliegt und auch, wie dieser behoben wird. Schlechte Fehlerseiten lassen ihre Betrachter hilflos zurück – gute klären auf und sind im Idealfall sogar hilfreich.

Der große Vorteil einer individuellen Fehlerseite ist, dass man mit ihr die Chance hat, einen Besucher nicht direkt zu verlieren, sondern umzuleiten, indem die Fehlerseite alternative Produkte anzeigt, den Einstieg in die Navigation erleichtert oder eine Suchfunktion bietet.

Fehler 10: Verzicht auf Tests

Nirgendwo wir so viel vermutet, wie bei der Entwicklung von Webseiten. Vermutungen sind jedoch keine belastbaren Aussagen. Usability-Tests hingegen lassen sich heute relativ einfach umsetzen und geben konkret Aufschluss darüber, was bei der Zielgruppe wirklich funktioniert. Deshalb testen, testen und testen wir unsere Website-Entwicklungen, bevor sie final live gehen.

Sie haben noch Fragen zur Entwicklung von Webseiten oder möchten gerne einmal unverbindlich mit uns über die Optimierung ihrer eigenen Seite sprechen? Rufen Sie uns einfach an: Tel 06103 988503-0!