finalart und flat und design. 04.05.2014.

  
finalart und flat und design

Es hat ein Wandel im Interface Design stattgefunden: Der Skeuomorphismus verschwindet allmählich und mit dem Flat Design breitetet sich ein minimalistischer Gestaltungsstil im Internet aus. „Skeuomo… was?“ werden Sie jetzt sicher fragen und stehen damit nicht allein auf weiter Flur.

Skeuomorphismus versus Flat Design im Interface Design

Als Skeuomorphismus bezeichnet man ein Design, das durch Texturen, Verzierungen, Schlagschatten und dreidimensionale Elemente die Wirklichkeit nachahmen möchte. Durch die Darstellungen von realen Gegenständen und Werkzeugen sollen besonders im Interface Design Funktionen selbsterklärend dargestellt werden: So wird zum Beispiel der digitale Papierkorb sofort erkannt und dessen Funktion sofort verstanden. Ledertexturen in digitalen Adressbüchern oder Papiertexturen bei Notiz-Apps helfen dem User allerdings kaum bei der Nutzung. Stattdessen können all diese visuellen Elemente von der eigentlichen Funktion ablenken.

Im Gegensatz zum Skeuomorphismus verzichtet Flat Design deshalb auf realistisch wirkende Texturen und Dreidimensionalität – und rückt so die wichtige Funktionalität in den Vordergrund. Typografie und Farbe spielen bei der Gestaltung der Inhalte eine entscheidende Rolle. Technisch sind Websites und Apps im Flat Design besonders schnell und flexibel, da hier weitgehend auf Grafiken verzichtet wird. Durch die daraus resultierenden geringen Ladezeiten und reduzierten Datenvolumen profitiert der User besonders unterwegs auf mobilen Endgeräten vom Flat Design. Der Fokus auf den Inhalt ohne visuelle Ornamente oder funktionslose Verzierungen fördert zudem die Übersichtlichkeit.

Kompliziert ist uns zu einfach

Für uns bei finalart ist Flat Design kein Trend – sondern Teil unserer Haltung, wenn es um gutes Design geht. Seit unserer Gründung gestalten wir nach dem Grundsatz „Kompliziert ist uns zu einfach“ und damit entsprechen unsere Designlösungen bereits seit 2007 den Prinzipien des Flat Designs.

Obwohl wir uns dem Flat Design ästhetisch verbunden fühlen, sehen wir einige Aspekte des aktuellen Trends kritisch: Wir halten beispielsweise den absoluten Verzicht auf Dreidimensionalität für falsch. An vielen Stellen, besonders im Interface Design, sind Schatten oder Helligkeitsverläufe notwendig, um eine eindeutige Benutzerführung zu garantieren. Bei der Entwicklung des Corporate Designs und Webdesigns von telvia haben wir neben grafischen Elementen im Flat Design auch Elemente mit Helligkeitsverläufen gestaltet. Dadurch erhalten die Navigation und wichtige Überschriften die gewünschte Aufmerksamkeit.

Auch der Einsatz von fünf bis acht gesättigten Farben als Flat-Design-Prinzip, wie häufig propagiert, entspricht nicht unserer Auffassung. Marken besitzen Hausfarben und diese Farben wurden bewusst ausgewählt. Demnach sollte auch das Webdesign einer Marke diese Farben einsetzen, natürlich je nach Bedarf ergänzt um sekundäre Hausfarben, zum Beispiel für Hinweise und Warnmeldungen. Generell muss Farbe sinnvoll und sparsam eingesetzt werden, um den Benutzer gezielt zu führen und sein Augenmerk auf relevante Elemente zu lenken. Wenn nun bis zu acht gesättigte Farben den Benutzer anschreien, dann kann man sicher nicht mehr von einer klaren Benutzerführung sprechen. Darüber hinaus verwehren wir uns auch an passenden Stellen nicht dem Skeuomorphismus. Bei einigen Markendesigns ist es durchaus sinnvoll, auf Texturen zurückzugreifen, um das gewünschte Gefühl einer Marke zu transportieren. Ein wunderbares Beispiel hierfür ist unser Corporate Design für White Monkey. Durch eine Collage aus Texturen und Fotos transportiert es das gewünschte karibische Feeling.

Sie suchen einen Partner für Ihr Web-Projekt?

Wenn Sie auf der Suche nach einer Design-Agentur sind, die gemeinsam mit Ihnen ein zeitgemäßes Onlineprojekt mit sinnvoller und klarer Benutzerführung realisiert, sprechen Sie uns doch einfach einmal an. Per E-Mail an design [at] finalart.de oder gern auch ganz oldschool telefonisch unter 06103 9885030.

Über den Autor

Michael Hartmann ist Diplom-Designer (FH) und Creative Director bei finalart design.